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Monte-Carlo-Integration

  Durch die Diskretisierung der Raum-Zeit wurde bisher nur erreicht, daß das Maß des Pfadintegrals eine mathematische Bedeutung hat. Tatsächlich sind bei einem -Gitter mehr als 2 Millionen Integrale zu lösen, womit eine analytische Berechnung praktisch ausgeschlossen ist. Dieser Abschnitt soll nun Methoden erläutern, mit denen dieses hochdimensionale Integral durch numerische Näherungsverfahren bestimmt werden kann. Allerdings scheiden herkömmliche Verfahren wie etwa die Trapezregel oder die Simpson-Regel aus, da deren Rechenaufwand exponentiell mit der Dimension des Integrals ansteigt.

Die sogenannten Monte-Carlo-Methoden basieren alle auf der simplen Beobachtung, daß für das Integral

schon

eine unabhängige Schätzung ist, wenn zufällig und gleichverteilt aus dem Intervall gewählt wird. Bei n Versuchen erhält man

Der Fehler dieser Schätzung verhält sich wie und ist unabhängig von der Dimension des Integrals.

Mit dem Importance sampling möchte man nun erreichen, daß möglichst viele Stützstellen in das Gebiet fallen, in dem groß ist, um die Varianz der einzelnen Schätzung zu verringern.

Dazu nimmt man eine Funktion , deren Integral berechenbar ist und die möglichst gut annähert, und schreibt

Durch die Erzeugung von Zufallszahlen , die mit verteilt sind, ergibt sich bei n Schätzungen

und dabei variieren die Summanden jetzt nicht mehr so stark. Allerdings muß das Integral von g bekannt sein, um aus gleichverteilten Zufallszahlen solche zu erhalten, die mit g verteilt sind.

Bei der Berechnung von Erwartungswerten nach Formel gif gilt auch

 

so daß es wünschenswert wäre, den normierten Boltzmann-Faktor als Funktion g zu benutzen, weil dann nur noch über gemittelt werden müßte. Passend verteilte Zufallszahlen sind aber nicht ohne weiteres zu erzeugen und zudem kommt im Nenner der Verteilungsfunktion das Integral selbst noch einmal vor.

Einen Ausweg liefert die Metropolis-Methode, bei der mit Hilfe einer Markovkette sukzessive Konfigurationen erzeugt werden, die im Limes großer Schrittanzahl mit der richtigen Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion

verteilt sind.

Beginnend mit einer beliebigen Startkonfiguration werden in der Markovkette die nächsten Konfigurationen aus ihrem jeweiligen Vorgänger mit Hilfe einer Übergangswahrscheinlichkeit

gebildet. Das ,,Zeitmittel`` über N Elemente der Kette

strebt dann mit der statistischen Unsicherheit gegen das Ensemblemittel aus (gif), wenn die Bedingung der Detailed balance erfüllt ist:

Diese Bedingung läßt sich nun erfüllen, ohne die Zustandssumme zu kennen, die in p auf beiden Seiten der Gleichung vorkommt. Es muß also

 

gelten. Der Beweis und die weiteren Voraussetzungen können z.B. in [15] nachgelesen werden.

Es bleibt nun noch übrig, eine Vorschrift zu finden, die (gif) erfüllt. Die erste Methode dafür stammt von Metropolis et al. (1953). Dabei wird immer nur ein Element der Konfiguration U auf einmal verändert, wobei natürlich alle Elemente an die Reihe kommen müssen. Für die ausgewählte Variable wird nun ein neuer Wert vorgeschlagen und damit die Wirkung S berechnet. Ist diese kleiner als die alte Wirkung, so wird der neue Wert akzeptiert. Vergrößert sich jedoch die Wirkung, akzeptiert man ihn mit der Wahrscheinlichkeit

Durch diese Möglichkeit unterscheidet sich das System von einem klassischen, bei dem die Wirkung dem Minimum ohne Schwankungen zustrebt, und es werden die Quantenfluktuationen berücksichtigt.

In der reinen SU(3)-Eichtheorie, die in meinen Programmen ausschließlich simuliert wird, gibt es allerdings die Möglichkeit, den neuen Wert für die ausgewählte Variable gleich mit der richtigen Wahrscheinlichkeitsverteilung zu bestimmen, so daß die oben genannte Akzeptanzentscheidung nicht mehr nötig ist. In Abschnitt gif wird diese Methode genauer erläutert.



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Martin Luetgemeier
Wed Oct 18 17:56:11 MET 1995